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Claudia Mareis, Theorien des Designs

Naildesign oder anthropologisches Prinzip?

An der Frage, was Design ist, wenn es denn eine für alle Praktiken des Designs gültige Theorie geben solle, zerstreiten sich die Geister. Der Kampf um die Deutungshoheit über Diskurse und deren Einordnung und die Hinterfragung jeglicher Ordnung ist ein grundlegender Charakterzug der Debatten um das Design.

Claudia Mareis, ihres Zeichens Professorin und Designforscherin in Basel stellt mit präzisem Intellekt die nötige Distanz zu ihrem Sujet her und seziert per Diskursanalyse das Feld der Designtheorien – ja, der hier verwendete Plural ist bereits Zeichen der von Mareis praktizierten Methode. Nach der Lektüre spannt sich dann auch ein Netz unterschiedlicher Akteure, Orte und Ideen auf, deren theoretische Ansätze man in den historischen und ideengeschichtlichen Zusammenhang bringen kann. Somit tritt die Debatte über Design in eine neue Phase der Reflexion, eine Phase in der Design als Forschungsgegenstand erwachsen wird. Damit stellt sich Mareis kategorisch gegen die Publikationen, die mit dem Ambigue und dem Ambivalenten, dem nicht fassbaren “Dazwischen” am Design die Vermeidung rationaler Analyse und Kritik schönreden.

Das Buch bietet einen solch kritischen und analytischen Überblick über die wichtigsten Debatten und Konflikte unterschiedlicher Designtheorien. Die Mythen über Kreativität und die politische Relevanz von Design zum Beispiel oder die Fragen nach der Entwicklung der Designforschungspraxis und dem Wissensbegriff im Design dekonstruiert Mareis mit scharfem Verstand. Damit ebnet Mareis, auch wenn das 256 Seiten starke Buch nur auf die wichtigsten Debatten aus der mitteleuropäischen Perspektive eingehen kann, den Weg, sich mit der Wissenskultur Design (Mareis) in einer wissenschaftlichen Weise auseinanderzusetzen. Die umfangreiche Bibliografie und ein Register erleichtern die Arbeit mit dem Buch. Für das Studium ein nützliches Kompendium, das zum Diskutieren und Nachfragen anleitet.

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