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Tagung Designkritik 19./20. Mai Offenbach

Eine Debatte zum Thema Designkritik ist selten: viel zu kompliziert, ungeordnet und facettenreich sind die Perspektiven, viel zu selten gibt es im Design überhaupt eine gemeinsame Wissensbasis. Jetzt macht die im Thema erfolgreiche hfg Offenbach mit der Gründung eines Masterprogramms “Designkritik” einen Vorstoß – Anlass genug, die Jahrestagung der Gesellschaft für Designgeschichte e.V. dort und thematisch gebündelt abzuhalten.

Natürlich sind wir u.a. mit AutorInnen von DK auf der Tagung vertreten: Birgit S. Bauer berichtet aus der didaktischen Praxis für ein kritisches Reflektieren im Design, Mara Recklies wird in ihrem Beitrag mehr Politisches im Designdiskurs einfordern.

Wir freuen uns schon auf die Begegnung mit Euch!

Hier die Ankündigung der Veranstalter und alle Informationen: 

Wie kaum eine andere kreative Praxis ist das Design mit dem gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Alltag verwoben. Technologischer Wandel, soziale Umwälzungen oder globale Krisen berühren das Design und fordern unaufhörlich Neubestimmungen heraus. So ist das Fach aktuell von Diskussionen brennender Themen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und Verteilungsgerechtigkeit geprägt. Ob Produkt-, Industrie-, Kommunikations- oder Modedesigner_in, ob Designberater_in oder Designaktivist_in, Designer_innen reflektieren ihre Rolle innerhalb von Industrie, Warenkultur und Medien, probieren ihre Aufgabenbereiche und Arbeitsansätze umzumünzen. Big Data, das Internet der Dinge oder Smart Objects sind neue Gestaltungsfelder, die unterdessen komplexe Realitäten schaffen, deren Konsequenzen hinsichtlich Freiheit, Sicherheit und Selbstbestimmung dringend konfrontiert und diskutiert werden müssen. Design, so zeigt sich im Licht der digitalen Medien ganz besonders deutlich, kann nicht auf eindimensionale, problemorientierte Verfahren, standardisierte Methodensets oder gar die Gestaltung von Objekten reduziert werden.

Die Tagung »Designkritik« stellt sich die Frage, in welchem Maße Designjournalismus und -kritik diesen veränderten, erweiterten, manchmal auch widersprüchlichen Designbegriff reflektieren und vermitteln können. Ausgangspunkt der Tagung soll insbesondere die aktuelle Krise der Medien und der dazugehörigen politischen wie kulturellen Institutionen sein. Zudem ist zu fragen, ob der kritische Journalismus insgesamt, eingeklemmt zwischen privatwirtschaftlicher Interessenpolitik und der Heterogenität der New Media (Social Media, Blogs und elektronische Zeitschriften), an Terrain verliert.

Kritisches Design entwickelt indessen eigene Handlungsfelder, um Einfluss auf gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Prozesse zu gewinnen. Welche Art der Designkritik macht innerhalb dieser Konstellationen überhaupt noch Sinn? Muss die Designkritik heute nicht auf neuen theoretischen, strategischen wie methodischen Grundlagen arbeiten? Kann Designkritik innerhalb der aktuellen Medienlandschaft noch eine unabhängige Position beanspruchen oder muss sie parteiisch und spezifisch operieren?

Das Spannungsfeld zwischen der erweiterten Designpraxis und der komplexen Medienlandschaft vor dem Hintergrund großer wirtschaftlicher und politischer Umbrüche soll während der Tagung einerseits im Hinblick auf eine neue Praxis der Designkritik, anderseits im Rückblick auf historische Bezüge zwischen Design, Medien und Gesellschaft erörtert werden. Die Gesellschaft für Designgeschichte (GfDg) organisiert die Tagung »Designkritik« in Kooperation mit der HfG Offenbach.

Themenbereiche:

  • Methoden und Strategien der Designkritik
    Zu diesem Thema sind Beiträge erwünscht, die historischen und aktuellen oder auch möglichen Praktiken der Designkritik gewidmet sind. Es sollen Methoden der Recherche, der Analyse und Konzeption von Texten, Blogs, Journal-, Bild- und Videobeiträgen vorgestellt und diskutiert werden. Thematisiert werden können beispielsweise Text/Bild-Verhältnisse oder Diskrepanzen zwischen Wirklichkeit und Mediatisierung von Design. Kann Designjournalismus die Eigenlogik des Designs vermitteln? Was sind/waren die theoretischen Grundlagen der Designkritik, was macht/e Professionalität in der Designkritik aus?
  • Medien, Autoren und Institutionen
    In diesem Themenbereich soll es vor allem um die Rolle des Autors/der Autorin gehen, seine/ihre Netzwerke, Autonomie und Wirkungskreise, sowie um die strategische Verortung von Designkritik im Medien-Markt. Wer schreibt/schrieb und welche Interessen sind damit verknüpft? Welche Chancen bieten New Media, welche Wirkung haben Intransparenz und Copyrightfragen? Ist Kennerschaft im Designjournalismus heute noch wirksam?
  • Design, Kritik, Gesellschaft
    Hier stellt sich die Frage nach den Wechselbeziehungen zwischen Designkritik und den veränderten Designpositionen. Braucht Design Vermittler_innen? In welchem Maße war die historische Designkritik gesellschaftlich engagiert, welche Zukunftsentwürfe oder Utopien wurden durch Designkritik formuliert? Hat Designkritik Aushandlungsprozesse zwischen Design und Gesellschaft vorangetrieben? Was wissen wir über das historische und über das aktuelle Publikum von Designkritik?
  • Entstehung und Geschichte der Designkritik
    Design wird als relativ junge Disziplin erst seit dem 19. Jahrhundert von einer kritischen Reflexion begleitet. Es ist u. a. nach den Wechselbeziehungen zwischen einer kritischen Diskussion und den veränderten Designpositionen zu fragen und danach, welche Medien verwendet oder eigens dafür geschaffen werden und wie sich dies auf die designkritische Diskussion auswirkt.

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